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Arbeit 4.0 - Innovatives Handeln ist gefragt

REFA-Fach- und Branchenorganisationen


REFA-Teilnehmer bei der Besichtigung im Sander-Werk Wiebelsheim

REFA-Fachtagung bei Food-Service-Allrounder Sander

Die renommierte und qualitätsorientierte Sander-Gruppe in Wiebelsheim, Hunsrück, ein kompletter Food-Service-Anbieter mit 2 500 hochwertigen Speisen, die in 15 hauseigenen Frische-Manufakturen hergestellt werden, war Gastgeber der Fachtagung der REFA- Branchenorganisation Nahrung und Genuss. Neben den Produkten, die von den Innovationsköchen des Unternehmens kreiert werden, steht die Gruppe auch als leidenschaftlicher Dienstleister für die Bewirtung von Gastronomie-Objekten mit sicheren Qualitäts- und Hygienestandards im Markt. Peter Sander, Geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe mit 1 200 Mitarbeitern, informierte über die konsequent gelebten Werte des nachhaltigen Unternehmens, die den Erfolg der Gruppe ausmachen. Die gesetzten Maßstäbe und Ziele, die auf vielschichtigen Zertifizierungen, u.a. dem Tierwohl, aufbauen, zeigten den Gästen die Orientierung und Identifikation aller Mitarbeiter der Sander-Gruppe. Die Vortragsthemen der Tagung befassten sich mit Arbeit 4.0.

Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren

Im Basisreferat forderte Uwe Grebe, Vorsitzender der REFA-Branchenorganisation Nahrung und Genuss und Inhaber des Consulting-Unternehmens Flow account 5.4, dazu auf, die eigenen Motivationsprofile und die der Beschäftigten zu betrachten. „Nur wenn die persönlichen Motive von Menschen erfüllt sind, ist ein erfolgreiches berufliches Engagement erreichbar“, so der Referent. Den Standpunkt des anderen zu verstehen und mit dem eigenen Blickwinkel zu reflektieren, sei die Grundlage dazu. Anhand der 16 Reiss-Motivations-Motive zeigte er auf, wie die richtigen und ins Team passenden Fach- und Führungskräfte gefunden und eingebunden werden.

„Vorgesetzte brauchen eine differenzierte Weiterbildung, um ihr Vorgehen den veränderten Führungsaufgaben anzupassen. Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren, denn Computerprogramme können keine Menschen führen. Je mehr Digitalisierung, desto mehr emotionale Intelligenz, und die muss erlernt und reflektiert werden. Denn Führungskräfte haben immer seltener einen Wissensvorsprung. Sie müssen sich auf Expertise und Loyalität verlassen. Sie müssen Spezialwissen und die individuellen Stärken einbinden und fördern“. so Grebe, der erfolgreiche Praxisbeispiele aus Unternehmen vorstellte und zum innovativen Handeln animierte, um erfolgreiche Personalpolitik für die Beschäftigten zu gestalten.

Gesunde Arbeit, gutes Essen

Zu diesem Thema zeigte Prof. Dr. Jens Wetterau von der Hochschule Niederrhein die Anforderungen und Belastungen an Arbeitsplätzen und deren Auswirkungen auf. Die Gestaltung der Arbeit muss schädigungslos, ausführbar, zumutbar, persönlichkeitsfördernd und sozial verträglich sein. Dies hat auch Auswirkungen auf die Verpflegung am Arbeitsplatz, die zudem von gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt sei. So werde, bei einem zunehmend geringeren körperlichen Energieverbrauch, im Bevölkerungsdurchschnitt das Doppelte an Fleisch, aber nur 2/3 der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Menge an Obst und Gemüse verzehrt. Das gastronomische Ampelsystem ist für Dr. Wetterau ein innovativer Ansatz zur Bewertung von Speisen. Die Grundlage dazu zitiert er aus dem von ihm veröffentlichten „Handbuch der Gemeinschaftsgastronomie“.

Arbeit 4.0

Die Aufgaben von Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Bereich Arbeit 4.0 wurden unter Einbeziehung der gewerkschaftlichen Positionen von Peter Buddenberg, Referatsleiter der NGG-Hauptverwaltung, anhand einer Basisdarstellung des Vorsitzenden Uwe Grebe diskutiert. Nach Expertenschätzung wird die Unternehmensfähigkeit 2030 von Flexibilität, Vernetzung und Menschlichkeit bestimmt, wobei die intelligente Fabrik der Zukunft sich hochflexibel, hochproduktiv und ressourcenschonend darstellt. So wird derjenige, der flexibel auf Veränderungen reagieren kann, einen strategischen Vorteil in der Zukunft haben. Erwartet wird von Beschäftigten mehr eigenverantwortliches Handeln, kommunikative Kompetenz, Fähigkeit zur Selbstorganisation, permanentes Weiterqualifizieren, Flexibilität und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dafür bekommen Mitarbeiter vielschichtige Entfaltungsmöglichkeiten, erweiterte Anforderungen, Qualifizierungsoptionen und Strategien, Digitalisierungs- und Systemverfügbarkeit, einen wertschätzenden Expertenstatus und den Zugang zu erheblichem Spezialwissen.

Mit den Eindrücken eines zukunftsorientierten innovativen Unternehmens, bei dem die Identifikation der Mitarbeiter mit den Werten und Zielen übereinstimmt, und den Einblicken in die Herausforderungen von „Arbeit 4.0“, waren sich die Teilnehmer einig, Handeln ist gefragt, um die kommenden Herausforderungen in der Ernährungswirtschaft zu gestalten.

– Uwe Grebe –

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